HPL — High Pressure Laminate
Sonae Compact
1. Lagerung von Sonae Compact
Ideale Lagerbedingungen bestehen in geschlossenen Räumen bei normalen Innenraumbedingungen (relative Luftfeuchtigkeit 50–65%, Temperatur 18–25°C). Die Lagerung sollte immer vollflächig, horizontal, kantenbündig auf einer planen Unterlage und unter Abdeckung mit einer Kunststofffolie erfolgen. Die oberste Platte muss mit einer Abdeckplatte vollflächig abgedeckt werden.
2. Konditionierung
Vor der Verarbeitung sollte Sonae Compact ca. 8 Tage bei 20°C und 50 % relativer Luftfeuchte zusammen mit dem Trägermaterial lagern. Die Materialien dürfen keinesfalls zu feucht sein.
3. Verarbeitung
Für Zuschnitte verwenden Sie bitte hartmetall- oder diamantbestückte Sägeblätter. Für Sonae Compact ist mit einem geringeren Vorschub zu arbeiten als z. B. bei Arbeitsplatten oder Verbundplatten.
Bei beidseitig dekorativem Kompaktschichtstoff erreicht man durch Veränderung des Austrittswinkels ein Ausreißen der unteren Dekorschicht. Dies wird ermöglicht durch Variation der Höheneinstellung des Sägeblatts. Alternativ besteht die Möglichkeit Sperrholz, Hartfaserplatten oder Schichtstoff unterzulegen. Optimale Schnittqualität erreichen Sie durch ein Vorritzaggregat.
4. Fräsen und Bohren
Zum Fräsen empfehlen wir hartmetall- oder diamantbestückte Fräswerkzeuge mit hoher Rundlaufgenauigkeit, um Rattermarkierungen zu minimieren. Wegen des hohen Schnittdrucks muss unbedingt für eine sichere Werkstück- und Werkzeugführung gesorgt werden.
Schnittmarkierungen auf der Fräsfläche sind unvermeidlich, können jedoch bei mechanischer Führung durch Fräsen im Gleichlauf verringert werden. Verbliebene Markierungen können durch Schleifen und Polieren beseitigt werden. Um das Aussehen der Kante zu verbessern, empfiehlt sich die Behandlung mit silikonfreien Möbelölen.
Zum Bohren sind Kunststoffbohrer am besten geeignet. Die Arbeit auf einer festen Unterlage sowie die stetige Verringerung der Vorschubgeschwindigkeit verhindern ein Aussplittern der Sonae Compact auf der Austrittsseite. Beachten Sie bei Anbohrungen, dass ein Minimum an Plattenmaterial erhalten bleibt. Für Sacklochbohrungen werden mindestens 1,5 mm und für Bohrungen parallel zur Plattenebene mindestens 3 mm Restdicke benötigt.
5. Ausschnitte und Inneneinsparungen
Bei Ausschnitten und Innenaussparungen sollten die Ecken besonders sorgfältig und großzügig gerundet werden. Der Innenradius muss mindestens 5 mm betragen.
6. Kleben von Kanten und Flächenmaterial
Für eine sichere Verklebung von Kantenstreifen empfehlen wir das stationäre Verfahren. Geeignet sind handelsübliche PVAc- und Harnstoffharz-Klebstoffe.
Bei der Verklebung von Flächenmaterial sind die Klebeverbindungen so auszuführen, dass die Dimensionsänderungen der Sonae Compact nicht behindert werden. Zudem müssen alle Platten in der gleichen Laufrichtung geklebt werden.
7. Befestigungen
Zur Befestigung von starren Gegenständen (z. B. Beschläge, Profile, Leisten) sind bei durchgehenden Verschraubungen die Bohrlöcher in Sonae Compact größer zu dimensionieren. Bei nicht durchgehenden Verschraubungen (z. B. Spreizdübeln) sind die Bohrlöcher der zu befestigenden Gegenstände ebenfalls größer zu wählen. In diesen Fällen empfiehlt sich die Verwendung einer Gleitfolie zwischen dem Gegenstand und der Sonae Compact.
Selbstschneidende Schrauben ergeben gute Schraubenauszugswerte, müssen jedoch vorgebohrt werden. Dabei ist der Lochdurchmesser jeweils um eine Gewindetiefe kleiner als der Schrauben-Außendurchmesser zu wählen. Beim Eindrehen von Schrauben muss das Bohrloch mindestens 1 mm tiefer sein als die Eindringtiefe. Schrauben sollten vor dem Eindrehen gefettet werden.
Die höchste Schrauben-Auszugsfestigkeit erreichen Sie bei der Verwendung von Spreizdübeln – diese dürfen jedoch keine schneidenden Grate haben. Die Restdicke der Sonae Compact darf 1,5 mm nicht unterschreiten!
Für eine durchgehende Befestigung sind die Bohrlöcher mindestens 2–3 mm größer zu wählen als der Durchmesser der Befestigungsmittel. Die notwendige Bewegungsfreiheit kann auch durch die Verwendung elastischer Hülsen (z. B. aus Polyamid) erreicht werden.
8. Montage
Unterkonstruktionen und Sonae Compact verändern sich unter dem Einfluss relativer Luftfeuchte und Temperaturen. Bei der Montage muss daher auf ausreichend Spiel geachtet werden, damit sich die Unterkonstruktion und Beplankung entsprechend bewegen können.
Die Stabilität der Verkleidung wird von der Unterkonstruktion und der Dicke des Verkleidungsmaterials bestimmt.
Es ist unbedingt für eine ausreichende Hinterlüftung zu sorgen, da es bei unzureichender Hinterlüftung durch unterschiedliche klimatische Verhältnisse an der Vorder- und Rückseite zu Verzugserscheinungen kommen kann. Sonae Compact benötigt Bewegungsfreiheit (Dehnen und Schwinden).
9. Reinigung
Die dichten, hygienischen und sehr widerstandsfähigen Melaminharzoberflächen unserer Produkte MFC, CPL und HPL sowie Arbeitsplatten bedürfen keiner besonderen Pflege. Die regelmäßige Reinigung der Oberflächen wird empfohlen - abhängig von der Art der Nutzung.
Geeignete Mittel sind alle handelsüblichen Reiniger auf Tensid-Basis, soweit diese keine scheuernden Bestandteile enthalten. Dies sind Spülmittel, Flüssigreiniger, Seifen und Waschpulver. Daneben können auch organische Lösungsmittel wie Spiritus, Waschbenzin oder Aceton (Nagellackentferner) verwendet werden. Möbelpolituren, fett- und wachshaltige Reinigungsmittel neigen dazu, Strukturierungen der Oberfläche zu füllen und eine schmutzbindende Schicht aufzubauen und dürfen daher nicht verwendet werden. Neben scheuernden Mitteln dürfen ebenfalls keine starken Säuren sowie auch keine Bleichmittel zur Reinigung eingesetzt werden.
Es müssen die auf den Verpackungen angegebenen Reinigungshinweise beachtet werden. Beim Einsatz von leicht flüchtigen Mitteln ist auf ausreichende Lüftung zu achten.
Zur Reinigung sind nur weiche, nicht scheuernde Tücher oder Schwämme zu verwenden.
Reinigungsübersicht
Staub, Schmutz, Fett , Kaffee, Tee, Saft, Speisereste
- Übliche Reinigungsmittel ohne Scheuermittelzusatz
Kalk (Wasserränder), Rost
- Essig- oder Zitronensäure (10 %-ig)
- Achtung! Nicht über längere Zeit einwirken lassen. Bei hartnäckigen Flecken wiederholen.
Öl, Wachs, Fingerabdrücke, Filzstift, Kugelschreiber, Nikotin, Gummiabrieb
- Organische Lösungsmittel z.B. Aceton, Waschbenzin oder Spiritus
- Achtung! Auf ausreichende Lüftung achten, Unfallverhütungsvorschriften beachten.
Wasserlösliche Farben, Beizen, Klebstoffe
- Heißes Wasser oder org. Lösungsmittel
- Achtung! Auf ausreichende Lüftung achten, Unfallverhütungsvorschriften beachten.
Lösungsmittelhaltige Farben, Lacke, Klebstoffe
- Organische Lösungsmittel z.B. Aceton, Waschbenzin oder Spiritus
- Achtung! Auf ausreichende Lüftung achten, Unfallverhütungsvorschriften beachten.
- Auf Herstellerangaben der verunreinigenden Stoffe achten.
Silikon und Dichtmassen
- Trocken abreiben und/oder Silikonentferner
- Achtung! Anwendungshinweise beachten.
Schlieren an gereinigten Flächen
- Nachspülen mit heißem Wasser und mit Papiertüchern trockenreiben
Nicht eingesetzt werden dürfen generell: Scheuernde Mittel, Poliermittel, Bleichmittel, starke Säuren, Entkalker, Abflussreiniger, Backofenreiniger, Silberputzmittel














