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Europäischer Aktionstag am 29. Oktober
Meppen, 25. Oktober 2010. Protest gegen Holzverbrennung Hersteller von Holzwerkstoffen in ganz Europa wehren sich gegen das Verfeuern von wertvollem Holz in immer mehr Biomasseanlagen
Immer mehr frisch geschlagenes Holz wird in Feuerungsanlagen verbrannt, anstatt in der Möbelindustrie und anderen Bereichen sinnvoll genutzt zu werden. Diese obendrein vom Staat steuerlich geförderte Fehlentwicklung versetzt die Holzindustrie überall in Europa in Aufruhr. „Schluss mit der besonderen Art der Brandrodung, auch Schluss mit der einseitigen Förderung der Bioenergie“, fordert Achim Schwartz, Werkleiter des Standortes Meppen der Glunz AG. Das Unternehmen, einer der großen Holzverarbeiter Deutschlands, schließt sich dem Protest von Herstellern aus ganz Europa an, der am 29. Oktober in Brüssel seinen vorläufigen Höhepunkt findet. Organisiert im Europäischen Holzwerkstoffverband EPF (European Panel Federation), hat die Branche den kommenden Freitag zum Internationalen Aktionstag erklärt. Die Hersteller von Span-, MDF- und OSB-Platten, Holz-Polymer-Werkstoffen sowie von Sperrholz wollen Politiker und Öffentlichkeit auf die Gefährdung von Arbeitsplätzen und Klimazielen durch das unkontrollierte Verheizen des wertvollen Werk- und Baustoffes Holz hinweisen.
„Es geht es um die Verhinderung einer dramatischen Unterversorgung von europaweit 430 Mio. m³ Holz jährlich ab 2010“, erklärt Rudolf Alteheld, Leiter Zentralholzeinkauf, und fügt hinzu: „Gerät die Versorgung der Werke ins Stocken, stehen vielerorts innovative, kerngesunde Produktionsstandorte und Hunderttausende von Arbeitsplätzen auf dem Spiel.“ Die europäische Holzindustrie sichert aktuell rund 2,7 Mio. Arbeitsplätze. Die deutsche Holzindustrie beschäftigt davon etwa 500.000 Menschen. Zum Vergleich: Die Bioenergiebranche zählt hierzulande 109.000 Arbeitsplätze – davon nur 65.000 im Zusammenhang mit fester Biomasse, also Holz. Einem Bioenergie-Branchenumsatz von 11,4 Mrd. € stehen seitens der stofflichen Nutzung von Holz rund 70 Mrd. € in Deutschland zu Buche.
Nach einer Studie des nova-Instituts von 2010 liegt das Potenzial der stofflichen Nutzung von Holz für Beschäftigung und Wertschöpfung signifikant höher als bei der „vom Staat mit diversen Förderinstrumenten gepäppelten Biomasse-Branche“ (Zitat aus DIE ZEIT vom 30.09.2010). Es ergibt sich etwa der Faktor 5 bis 10 (bei den direkten Bruttoarbeitsplätzen), bzw. 4 bis 9 (bei der Wertschöpfung) – bezogen auf denselben Stoffstrom (Masse) bzw. dieselbe Anbaufläche. Der Grund hierfür liegt in den deutlich komplexeren und längeren Wertschöpfungsketten der stofflichen Nutzung.
Den Aktionstag hatte die europäische Dachorganisation mit den nationalen Verbänden Ende Juni auf ihrer Tagung in Dresden beschlossen. Die Verbände forderten in einer „Dresdner Resolution“ die Politik auf, faire Wettbewerbsbedingungen zwischen stofflicher und energetischer Holzverwendung herzustellen und insbesondere die Subventionen für die direkte Verbrennung von zunächst stofflichen nutzbaren Holzsortimenten sofort zu stoppen – ganz im Sinne der so genannten Kaskadennutzung. „Holz und Holzabfälle sollten über möglichst viele Verwertungsstufen stofflich genutzt werden, also eine Nutzungskaskade bilden“, erläutert Zentralholzeinkäufer Alteheld, „diese Nutzungskaskade ist die einzig richtige Antwort auf die Fragen des Klimaschutzes und der Ressourceneffizienz.“ Weitere Infos gibt es im Internet unter www.holz-verantwortung.de.
Bereits vor dem 29. Oktober hat die europäische Holzwerkstoffindustrie den Dialog mit Entscheidungsträgern in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft angestoßen. Am 11.10. gab es in Brüssel eine Diskussionsrunde mit EU-Politikern und Gewerkschaften. Am 19.10. lud die Branche zum Parlamentarischen Abend „Club du Bois“ nach Straßburg ein.
Über Sonae Indústria / Glunz AG
Als Tochtergesellschaft der Sonae Indústria (Maia, Portugal), produziert und vermarktet die Glunz AG, Meppen, an fünf Standorten in Deutschland konstruktive und dekorative Holzwerkstoffe für alle Anwendungsbereiche.














