Pressemeldung
MDF-Einsatz im ökologischen "High-Tech-Heim"
Mit dem AGEPAN® Bausystem und dem richtigen Know-how gibt es beim konstruktiven Holzbau keine bösen Überraschungen..
Meppen, 12. November 2001
Die positive Marktentwicklung des Holzrahmenbaus hält an. Begünstigt wird dieser Trend durch das Bereitstellen innovativer Baustoffe und einer Vielzahl von Holzwerkstoffen. Moderne, hochgedämmte Wohngebäude, konzipiert in einer möglichst holzschutzmittelfreien Bauweise, zeichnen sich durch die Verarbeitung von diffusionsoffenen Bauteilen aus. Der Einsatz dieser Bauteilkonzepte basiert auf einem möglichst hohen Verdunstungspotential der Konstruktion sowie einer genau kalkulierten Tauwasservermeidung. Durch die Einhaltung von konstruktiven Randbedingungen und dem richtigen Verhalten der Bewohner eines solchen ökologischen "High-Tech-Baus" lassen sich Feuchtigkeitsschäden verhindern.
Die ideale Ergänzung für den Holzbau:
MDF und DWD Seit der Einführung der DIN 68800-2 (Gefährdungsklasse GK 0) vor fünf Jahren ist es möglich, bei Beachtung der erforderlichen konstruktiven Randbedingungen, weitgehend auf den chemischen Holzschutz zu verzichten. Um die wesentlichen Forderungen der genannten Norm zu erfüllen, brachte die GLUNZ AG im Jahr 1996 den Werkstoff AGEPAN® DWD auf den Markt. Bei der Herstellung dieses zukunftsweisenden Werkstoffes wird der Rohstoff Holz zerfasert und mit Hilfe von Bindemitteln unter Wärmeeinfluss zu homogenen, flächigen Holzfaserplatten verpresst. Das Ergebnis ist ein winddichter und diffusionsoffener Baustoff, der im trockenen Zustand durchtrittssicher ist. Zur Erhöhung der wasserabweisenden Eigenschaften werden Zusätze wie Paraffin eingesetzt.
Die Einsatzbereiche
Durch eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung ist konstruktives MDF für vielfältige Einsatzbereiche prädestiniert. In der Gebäudehülle ist es ideal als Außenbeplankung einsetzbar. Und auch als mittragende Beplankung zur Aufnahme von Windlasten ist die AGEPAN® DWD bauaufsichtlich zertifiziert. Herkömmliche Dachaufbauten und hinterlüftete Fassadenlösungen ermöglichen die Ausnutzung des diffusionsoffenen Materialcharakters. Die Platten sind feuchtebeständig verleimt und daher in den Anwendungsbereichen der Holzwerkstoffklassen 20 und 100 nach DIN 68800-2 zugelassen. Die maximale Materialfeuchte der Platten darf in Abweichung der DIN 68000-2 den Wert von 16% (15%) nicht überschreiten, was bei einer durchdachten Bauteilkonstruktion auch gewährleistet ist. Schimmelpilzbildung ist bei diesen Feuchtekennwerten nicht möglich.
Die kritischen Einsatzbereiche
Selbstverständlich sind trotz der Zuordnung in die Gefährdungsklasse GK 0 beim Einsatz diffusionsoffener Werkstoffe bauliche Anforderungen einzuhalten, um dauerhafte Feuchteprobleme zu verhindern.
Folgende kritische Randbedingungen oder Fehlverhalten der Hausbewohner sind auch durch technisch ausgereifte, diffusionsoffene Bauteilkonzepte "nicht ausgleichbar":
- Einsatz der Platten bei hoher Baufeuchte, insbesondere bei fehlender Be- und Entlüftung
- Einsatz von "normalem" (halbtrockenem) Bauholz, insbesondere bei fehlender Be- und Entlüftung
- Kritische Konstruktionsdetails (z.B. fehlende Luftdichtung, kalte Bauteiloberflächen, fehlende / mangelhafte Be- und Entlüftung kalter Bereiche)
- Falsches Nutzungsverhalten durch die Hausbewohner (nicht geschlossene Bodenluke zum kalten Spitzboden, falsches Lüftungsverhalten)
Häufig kommt es zum Zusammentreffen von verschiedenen Faktoren, die im ungünstigsten Fall Schimmelbildung auf dem verarbeiteten Material verursachen. Entsteht bereits während der Bauphase Pilzbefall, sind oftmals Baufeuchte und der Einsatz von feuchtem Bauholz die Ursache. Kritische Punkte im Ausbauzustand sind ungedämmte Bereiche, Dämmung ohne Luftdichtigkeitsschicht und das Konstruktionsprinzip "kalter Spitzboden". Falsche Diffusionsberechnungen, die nicht berücksichtigen, dass das Dachgeschoss erst zu einem späteren Zeitpunkt durch die Bauherren ausgebaut wird, begünstigen eine zu hohe Materialfeuchte. Zu den genannten Problemfaktoren, die in den Zuständigkeitsbereich von Planern und Verarbeitern gehören, kommt die fehlerhafte Nutzung und das falsche Lüftungsverhalten seitens der Hausbewohner.
Wie kann man diese Schäden vermeiden?
An erster Stelle steht die Verarbeitung von zertifiziertem KVH und Holzwerkstoffträgern, also der Einsatz trockener Materialien. Der nächste Schritt ist die konsequente Tauwasservermeidung durch eine homogene Wärmedämmung des gesamten Gebäudes, insbesondere des Spitzbodenbereiches bis zum First. Für den häufig in Eigenleistung geplanten Ausbau des Dachbereiches sollte die Baufamilie möglichst in schriftlicher Form auf die oben aufgeführten kritischen Randbedingungen hingewiesen werden. Schließlich ist auch die richtige Benutzung hochgedämmter moderner Wohngebäude zu beachten. Denn hierbei handelt es sich im positiven Sinne um ökologische "High-Tech-Heime", die auch entsprechend beraten und verkauft werden sollten.
Bei Beachtung der "Bedienungsanleitung" bieten konstruktive MDF-Werkstoffe aufgrund ihres diffusionsoffenen Charakters und der guten mechanischen Materialeigenschaften vielfältige Möglichkeiten. Bauphysikalisch sinnvolle Konstruktionen lassen sich ohne chemischen Holzschutz realisieren, vorausgesetzt, Planung und Konstruktion werden konsequent zu Ende gedacht.
Über Sonae Indústria / Glunz AG
Als Tochtergesellschaft der Sonae Indústria (Maia, Portugal), produziert und vermarktet die Glunz AG, Meppen, an fünf Standorten in Deutschland konstruktive und dekorative Holzwerkstoffe für alle Anwendungsbereiche.














