Pressemeldung
Außerordentliche und ordentliche Hauptversammlung der Glunz AGMarktsituation bleibt schwierig – Restrukturierungskurs wird fortgesetzt
Nach einem schwierigen Geschäftsjahr 2003 weist der Glunz-Konzern im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2004 einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 2,4 Mio. Euro aus (nach Port. GAAP). Dies gab Christian G. Schwarz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und CEO der Glunz AG, anlässlich der ordentlichen Hauptversammlung gestern in Meppen bekannt. Mit großer Mehrheit stimmten die Aktionäre einer vereinfachten Kapitalherabsetzung zum Ausgleich vorgetragener Verluste sowie einer Kapitalerhöhung durch die TAFISA zu.
Meppen, 27. Mai 2004
Das Geschäftsjahr 2003 verlief für Glunz unbefriedigend. Mit 332,7 Mio. Euro legte der Umsatz des Glunz Konzerns im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 1,5 Prozent zu. Die im Sonae Konzern maßgebliche Kennzahl zur Bewertung des geschäftlichen Erfolgs EBITDA (Jahresüberschuss vor Steuern, Zinsergebnis und Abschreibungen) sank im Berichtsjahr um 22 Prozent auf 8,2 Mio. Euro. Der Jahresfehlbetrag von Glunz beläuft sich auf -44,6 Mio. Euro.
Unter deutlich besseren Vorzeichen hat Glunz das erste Quartal 2004 abgeschlossen. Trotz einer anhaltend schwachen Ertragslage in der deutschen Holz- und Möbelindustrie sowie der Bauwirtschaft führten die in den vergangenen Jahren eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen im ersten Quartal 2004 zu einem Gewinn von 2,4 Mio. Euro.
„Die Glunz AG hat ihre Wettbewerbsfähigkeit über Jahre hinweg systematisch durch die Aufgabe unrentabler Geschäftsaktivitäten, eine konsequente Optimierung der Geschäftsprozesse, verbesserter Services sowie eine Erneuerung des Management-Teams gesteigert und kann nun – auch unter ungünstigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen – einen positiven Ergebnisbeitrag zum Sonae Indústria Konzern leisten“, so Christian G. Schwarz.
Treiber für die positive Entwicklung waren steigende Umsätze im Segment OSB, eine erhöhte Nachfrage nach Spanverlegeplatten, ein guter Start der neu entwickelten durchgefärbten MDF-Platten, der anhaltende Erfolg von Holzbausystem-Lösungen unter der Marke AGEPAN® sowie gesteigerte Exportaktivitäten nach Osteuropa. Entscheidend für die Erhöhung des Umsatzes sei die stark verbesserte Supply Chain des Unternehmens, so Schwarz: „Seit September 2003 konnte aufgrund der neu gestalteten Ablauforganisation, unterstützt durch eine leistungsfähige EDV, die Ausbringung und der Lieferservice der Glunz AG systematisch gesteigert werden.“
Ausblick auf die nächsten Monate
Für das laufende Jahr geht der Vorstand von einer weiteren Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage bei Glunz aus – auch wenn Wachstumsimpulse von außen erneut nicht zu erwarten seien. „Wir konzentrieren uns auf die systematische Ergebnisoptimierung durch die Verbesserung des Produktmix’, die Erreichung einer nach europäischen Maßstäben hervorragenden Kostenposition und die permanente Optimierung unserer Servicefähigkeit“, so Christian G. Schwarz. Weiterhin hohe Priorität habe die Reduzierung der langfristigen Verbindlichkeiten.
Kapitalerhöhung beschlossen
Auf der außerordentlichen Hauptversammlung der Glunz AG stimmten die Aktionäre einer vereinfachten Kapitalherabsetzung um rund 65 Mio. EUR zum Ausgleich vorgetragener Verluste und einer Kapitalerhöhung um rund 65 Mio. EUR durch den Mehrheitsaktionär Tableros de Fibras S.A. (TAFISA) mit großer Mehrheit zu. Mit dieser Maßnahme erhöht sich die Eigenkapitalquote von Glunz auf über 30 Prozent.
Die portugiesische Sonae Indústria-Gruppe ist einer der weltweit größten Hersteller von Holzwerkstoffen mit 39 Produktionsstätten in neun Ländern. Im Jahr 2003 hat Sonae Indústria mit rund 7.000 Mitarbeitern einen Umsatz von ca. 1,44 Milliarden Euro erwirtschaftet. Über die spanische TAFISA S.A. ist Sonae Industria mehrheitlich an der Glunz AG beteiligt.
Der Glunz Konzern ist verantwortlich für die mitteleuropäischen Aktivitäten von Sonae im Holzwerkstoffbereich und einer der führenden Anbieter von dekorativen und konstruktiven Holzwerkstoffen in Deutschland. Im Geschäftsjahr 2003 hat Glunz mit rund 1.480 Mitarbeitern an sieben Produktionsstandorten in Deutschland und der Schweiz einen Umsatz von rund 333 Millionen Euro erwirtschaftet.
Über Sonae Indústria / Glunz AG
Als Tochtergesellschaft der Sonae Indústria (Maia, Portugal), produziert und vermarktet die Glunz AG, Meppen, an fünf Standorten in Deutschland konstruktive und dekorative Holzwerkstoffe für alle Anwendungsbereiche.














